Fragmente aus verlorenen Tagen
Im blauen Treibhaus, wo die Lüfte logen (Faden, Vellum, Acryl und Zeitungspapier)
Im blauen Treibhaus, wo die Lüfte logen VII 50x70cm(verkauft)
Im blauen Treibhaus, wo die Lüfte logen 50x70cm(verkauft)
Im blauen Treibhaus, wo die Lüfte logen IV 50x70cm(verkauft)
Im blauen Treibhaus, wo die Lüfte logen II 50x70cm(verkauft)
Im blauen Treibhaus, wo die Lüfte logen III 50x70cm(verkauft)
Im blauen Treibhaus, wo die Lüfte logen V 50x70cm(verkauft)
Im blauen Treibhaus, wo die Lüfte logen VI 50x70cm(verkauft)
Die helle Herrlichkeit 50x70 cm (verkauft)
Im blauen Treibhaus, wo die Lüfte logen VIII 50x70cm(verkauft)
Im blauen Treibhaus, wo die Lüfte logen IX 50x70cm
Wie eine Erde, die nicht kreisen kann (Faden, Vellum, Acryl und Zeitungspapier)
Wie nackte Mädchen I78x93cm (verkauft)
Die Gnade eines frühen Strahles I 93x78cm
Wie Gassen, die verrufen sind, 5th Ave 42x35cm
Wie ein Angesicht 35x42cm
Wie irre Kinder II 35x42cm (verkauft)
Wie nackte Mädchen, Skizze 35x42cm (verkauft)
Wie irre Kinder, 42x35cm
Die Gnade eines frühen Strahles, die neuen Helden, 34x24cm
Wie irre Kinder I, 93x78cm
Wie Vögel, welche sich gewöhnt ans Gehen, 95x130cm
Dass etwas draußen groß ist und ergrimmt, BLACK LIVES MATTER (Faden, Vellum, Acryl und Zeitungspapier)
Dass Etwas draußen groß ist und ergrimmt IV 128x100 cm
Das draußen die Gewalt geht eine Faust 100x138cm
Das Etwas draußen groß ist und ergrimmt III, 42x35cm (verkauft)
Das Etwas draußen groß ist und ergrimmt IV, 42x35cm
Das Etwas draußen groß ist und ergrimmt II, 35x42cm
Das Etwas draußen groß ist und ergrimmt, 42x35cm
Der Saum des Saales (Faden, Vellum, Acryl und Zeitungspapier)
Ein Sturm von Wasser, wo die Welt noch eist IV 42x35cm
Ein Sturm von Wasser, wo die Welt noch eist III 35x42cm
Ein Sturm 24x21cm
Ein Sturm, der jetzt noch durch die Gassen braust 76x95cm
Der Saum des Saales, Stagnation 70x83cm
Der Saum des Saales (Leder, Tape und Alabaster)
Der Saum des Saales, Aufbruch 27x45x28cm (verkauft)
Der Saum des Saales, Umweltesel 26x21x15cm
Der Saum des Saales (Faden, Vellum, Acryl und Zeitungspapier)
Der Saum des Saales, Axelotl 35x42cm (verkauft)
Der Saum des Saales, Mandrill 35x42cm
Der Saum des Saales, Sumatran Rhino 35x42cm
Der Saum des Saales, Kangaroo Rat 35x42cm
Der Saum des Saales, Artic Fox 35x42cm (verkauft)
Der Saum des Saales, Bunny 35x42cm
Der Saum des Saales, Pangolin 35x42cm
Der Saum des Saales, Mountain Gorilla 35x42cm
Der Saum des Saales, Panda 35x42cm
Der Saum des Saales, Elefant 42x35cm
Portrait of Lovers (Polaroid)
Portrait of Lovers II 100x135cm (verkauft)
Portrait of Lovers III 100x135cm (verkauft)
Desert Break (Video)
Video in Holz Rahmen 25x20x4cm
Fragmente aus verlorenen Tagen
In ihrem neuen Zyklus bezieht Vanessa Oppenhoff sich auf das Gedicht „Fragmente aus verlorenen Tagen“ aus Rainer Maria Rilkes Lyriksammlung „Das Buch der Bilder“. Ihre mal schonungslos direkten, mal liebevoll ironischen Bildwelten erinnern in ihrem stark zeichnerisch geprägten Stil und mit ihrer hohen narrativen Dichte an Graphic Novels - gründen bei genauem Hinsehen jedoch auf einer einzigartigen Mischtechnik, bei der die Motive ihre Werdung Nadel und Faden verdanken. Dabei bilden Vanessa Oppenhoffs gestickte Tier- und Menschenfiguren nicht zuletzt aufgrund der Titelzuschreibungen einen Rückbezug auf Rilkes epochales Gedicht, das von Verwandlung, Vergänglichkeit und Neuentstehung handelt. Und damit eine Parabel zu den Geschehnissen der letzten zwölf Monate darstellt, die im Zeichen der Corona-Pandemie standen. Aber auch von Bewegungen wie „Black Lives Matter“ geprägt wurden. Womit Vanessa Oppenhoff uns hier ihre künstlerische Reflexion über diese Phänomene und ihre persönliche Aufarbeitung dieser Zeit präsentiert.
Dafür entnimmt die Kölner Künstlerin Rilkes Werk einzelne Zeilen und unterzieht sie der metaphorischen Analyse, um sie dann in so ätherische wie humorvolle Kontexte zu übersetzen. So wird die Passage „Im blauen Treibhaus wo die Lüfte logen“ motivisch zu einer Porträtreihe von Krankenschwestern materialisiert, die sich, mit Maske bewehrt, anmutig und kämpferisch zugleich geben. Und somit dem „blauen Treibhaus“, also der Isolation des Krankenhauses, und der „lügenden Luft“- den gefährlichen Aerosolen – trotzen.
„Die Gnade eines frühen Strahles“ manifestiert sich in zwei Kassiererinnen, die zum Sinnbild für unsere eingeschränkten Sozialkontakte werden. Ist der Gang zum Supermarkt für viele von uns doch das Highlight des Tages. Es ist dieser Witz, dieser spielerische Charme, der die Arbeiten von Vanessa Oppenhoff so anziehend macht. Und Rilkes Ansatz von Verwandlung und Neuentstehung bildlich virtuos fortzuführen weiß.
„Dass etwas draußen groß ist und ergrimmt“ schreibt Vanessa Oppenhoff betörend diffusen, teils bewaffneten Menschenansammlungen zu, die auf „Black Lives Matter“ verweisen. Womit sie der Vereinigung, die von der Kunstzeitschrift Monopol 2020 überraschenderweise zum wichtigsten Akteur der Kunst- und Kulturwelt geadelt wurde, ihren eigenen Tribut zollt. Und einmal mehr beweist, dass Rilkes Gedicht, rund 120 Jahre nach seiner Entstehung, als perfekte Blaupause für die Vorgänge und Entwicklungen der Jetztzeit dient und somit ungebrochene Relevanz besitzt.
Parallel zu den Bildern werden die Videoarbeit „Desert Break“ sowie das Fotowerk „Portrait of Lovers“ zu sehen sein.
Yorca Schmidt Junker, 2021